Die Kraft des 'Wir'
„Ja, ich spüre, dass mir die Gruppe Halt und Struktur gibt und ich so effizient vorwärts komme“. Solche Voten hört man als Erfolgsteamleiter non Stopp. Warum ist gerade die Gruppe, das ‚Wir’ oft ein Schlüssel zum Erfolg?
Wir leben in einer hoch individualisierten Gesellschaft, in der persönliche Freiheit gross geschrieben wird. Die Individualisierung hat aber auch ihren Preis: Viele sind einsam geworden. Die Strukturen der Nachbarschaftshilfe oder der Verwandtenunterstützung sind vielerorts ausgedünnt. Nicht selten verstrickt man sich bei der Umsetzung von eigenen Herzenswünschen in einen einsamen Kampf gegen Windmühlen, und viele müssen sich schliesslich eingestehen: Alleine geht es nicht.
Diese Erkenntnis ist an sich nicht neu. Gerade in ländlichen, ärmeren Gegenden war es undenkbar, ein Haus, eine Scheune oder einen Zaun alleine zu bauen: Man hat sich ringsherum der Reihe nach kräftig unter die Arme gegriffen. Auch heute noch steht hinter erfolgreichen Gallionsfiguren oft der wirkliche Erfolgsfaktor: das Team. Und das gilt in der Wirtschaft, der Politik und auch etwa im Sport. Und dabei sprechen wir nicht nur von Mannschaftssportarten. Im Radsport, im Tennis, im Motorsport oder Skirennsport: Die Leistungsdichte ist so hoch, dass es oft um Nuancen geht, und nicht selten eben um das Feintuning im interdisziplinären Team, das zuständig ist für Material, mentale oder körperliche Fitness und Logistik.
Wo liegen nun aber die Chancen in der Visions- und Projektarbeit dieser Kraft des ‚Wir’? Viele haben den Eindruck, dass Visionen etwas ganz Inneres, Intimes sind. Nicht selten werden Visionssuchen denn auch in der reizarmen Einsamkeit angeboten. Unsere Erfahrungen hingegen zeigen, dass es oft so ist, dass im Gespräch oder gemeinsamen Brainstormings Visionen rascher und gezielter geklärt werden. Es ist einfacher aus einem breiten Angebot das Richtige zu erspüren und zu wählen, als selber neue Perspektiven zu erarbeiten. Ein gewichtiger Vorteil hierbei ist die Unbefangenheit der anderen. Sie entwickeln die Visionen, Lösungen und Ideen eben nicht aus unseren eingefleischten, oft einseitigen Mustern heraus, sondern ausgehend von einer unvoreingenommenen Aussensicht. Dies kann uns gerade in der Neuorientierung in eine von Coaches oft angestrebte Dissoziation führen, einem Zustand, in dem wir aus der losgelösten Vogelperspektive heraus klarer sehen und entscheiden können. Diese Dynamik ist nun sowohl bei der Visionsfindung wie auch beim Lösen von Schwierigkeiten der Umsetzung von grosser Bedeutung. Interessanterweise zeigt sich in Gruppen auch, dass Fremdbilder oft liebevoller und realistischer sind als die eigenen Selbstbilder. Ein für den Erfolg höchst wichtiger Punkt!
Die Kraft des ‚Wir’ lebt einerseits aus der Vielfalt und Nicht-Verbundenheit, der Dissoziation. Es mag als Widerspruch empfunden werden, doch gerade hier, in der Nicht-Verbundenheit, liegt so mache kraftvolle Chance durch das Eröffnen des Andersartigen. Es gibt auch andere Ziele, andere Möglichkeiten, zu Zielen zu gelangen, und dazu muss uns oft das Gegenüber die Augen öffnen. Hier liegt ein enormes Potenzial. Andererseits lebt die Kraft des ‚Wir’ natürlich auch in der Verbundenheit, in der Assoziation: Wer kennt es nicht, das gute Gefühl, auf Verständnis zu stossen, Unterstützung und Mitgefühl zu erfahren.
Wichtige Elemente des ‚Wir’-Gefühls in Gruppen sind Möglichkeiten von günstigen Gruppensynergien einerseits und positiven Gruppendynamiken andererseits. Gerade die Heterogenität, die Vielfalt in Gruppen, kann oft enorm hilfreich sein. Ein Beispiel: eine Therapeutin gründet eine eigene Beratungspraxis. Es ist viel fachliches Know-How vorhanden, aber keines im Bereich Marketing und Geschäftsgründung. In der selben Gruppe befindet sich eine Werbetexterin, die selber nach einem Beziehungsabbruch in einer persönlichen Krise steckt. Die Werbetexterin bietet ihre Mithilfe an beim Formulieren von Internet-Texten, die Therapeutin bietet ihre Hilfe an beim Aufsuchen und Umsetzen von geeigneten Erholungsmöglichkeiten: Ein perfektes Team, nicht nur, weil jedeR bekommt, was er oder sie braucht, sondern auch weil jedeR das geben kann, was er oder sie gut kann. Die Gegenseitigkeit verhindert Einseitigkeiten und Beziehungsasymmetrien wie sie in normalen Coaching-Settings üblich sind und garantieren so auf gleicher Augenhöhe die Würde jedes einzelnen. Je gösser und vielfältiger die Gruppen, um so grösser die Chance von idealen Kombinationen und von einer Effizienz, die in Einzelcoachings selten erreicht werden kann.
Der zweite Punkt bezieht sich auf positive Gruppendynamiken: Stellen sie sich vor, sie präsentieren eine Projektidee und erhalten von zehn begeisterten ZuhörerInnen tosenden Applaus: Auch diesen Empowerment-Effekt kann man in Einzelsettings nicht simulieren. Nicht selten ist es zudem so, dass einen gerade die anderen an unsere innersten Herzenswünsche erinnern und uns darin immer wieder bestärken, im Sinne von: „Wolltest du eigentlich nicht viel eher in diese oder jene Richtung hinarbeiten?“ Andere spüren oft viel klarer als wir selber, wo unsere Talente verborgen liegen und können uns so auf Kurs halten.
Wer sich von der Kraft des ‚Wir’ überzeugen und diese Kraft für eigene Prozesse nutzen möchte, ist bei den internen Kursen im Visions Haus Ringgenberg, der Visions- und Projektwerkstatt oder der Visions- und Heilwerkstatt, goldrichtig. In einem kraftvoll-insprierenden Seminarhaus, dem Visions Haus Ringgenberg, setzen wir ermutigt Segel und legen los. Sind Sie dabei?